Bauboom treibt Grundstückspreise weiter in die Höhe

Auch Gemeinden außerhalb des Autobahnrings legen deutlich zu

Die hohe Nachfrage nach Bauland hielt auch im Jahr 2017 an. Deutlich wird dies bei der Entwicklung der Bodenrichtwerte. Dabei stiegen die Bodenpreise nicht nur im Berliner Umland an, sondern insbesondere auch in den Städten und Gemeinden in der sogenannten „zweiten Reihe“.

Berliner Umland weitet sich aus

Besonders spürbar fiel die Preisentwicklung in Groß Kreutz und Nauen aus. In diesen Kommunen nahm der Bodenrichtwert im Vergleich zum Vorjahr zwischen 50 und 60 Prozent zu. Der höchste Bodenrichtwert für Groß Kreutz liegt aktuell bei 80 Euro. Im vergangenem Jahr lag der noch bei 50 Euro. In Nauen erhöhte sich der höchste Bodenrichtwert um 50 Euro auf 140 Euro und erreicht somit ein Niveau von Gemeinden, die sich in unmittelbarer Nähe zu Berlin befinden.

Neue Rekorde

In der Landeshauptstadt Potsdam wurde erstmals die Marke von 1.000 Euro pro Quadratmeter überschritten. Während der Bodenrichtpreis in zentraler Lage letztes Jahr noch bei 950 Euro lag, beträgt dieser aktuell 1.300 Euro. Damit befindet sich Potsdam auf dem Preisniveau der Landeshauptstädte Magdeburg (1.100 €/m²) und Schwerin (1.050 €/m²). In Erfurt (2.600 €/m²) und in Dresden (4.300 €/m²) hingegen sind die Bodenrichtwerte noch wesentlich höher.

Aber auch in den Berliner Umlandgemeinden legten die Bodenrichtwerte teils deutlich zu und erreichten neue Höchstwerte. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Bodenpreise der Gemeinde Stahnsdorf. Bis zu 380 Euro pro Quadratmeter und somit 90 Euro mehr als im Vorjahr muss nun für Bauland bezahlt werden. Damit hat Stahnsdorf inzwischen sogar einen höheren Bodenrichtwert als die Nachbargemeinde Teltow mit 330 Euro pro Quadratmeter. Demnach ist Stahnsdorf nach Potsdam (1.300 €/m²), Kleinmachnow (690 €/m²) und Brandenburg an der Havel (610€/m²) die teuerste Gemeinde in der Region.

In Busendorf (Stadt Beelitz) sind die Grundstückspreise förmlich explodiert. Innerhalb eines Jahres stieg der Bodenrichtwert der ländlichen Gemeinde um mehr als das Dreifache an. Aktuell müssen 100 Euro pro Quadratmeter Bauland bezahlt werden. Ein Jahr zuvor waren es noch 30€/m². Damit ist Bauland in Busendorf fast genauso teuer wie im Hauptort von Beelitz (120 €/m²).

Preissteigerung von über 1.000 Prozent in Berlin

Im Vergleich zur Entwicklung der Bodenpreise in Berlin, sind die Preissteigerungen der brandenburgischen Bodenrichtwerte fast schon zu vernachlässigen. Allen voran in den sehr gut nachgefragten Berliner Bezirken Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg stiegen die Bodenpreise teilweise um über 1.000 Prozent. So stiegen zum Beispiel die Bodenpreise in der Hagenauer Straße (Prenzlauer Berg) von 460 Euro im Jahr 2008 auf aktuell 5.500 Euro an (siehe Bericht von RBB24.de ).

Preisentwicklung im ländlichen Raum stagniert

Während im Berliner Umland die Bodenrichtwerte kontinuierlich angestiegen sind, verharren die Bodenpreise vielerorts im ländlichen Raum auf einem niedrigen Niveau. Dies ist besonders bei den Städten und Gemeinden auffällig, die keinen Bahnanschluss haben. Bespielhaft seien die Gemeinden Mühlenfließ und Rabenstein/Fläming genannt, deren Bodenrichtwerte seit 2010 unverändert bei 10 Euro pro Quadratmeter liegen.

Nähere Informationen

Die aktuell geltenden Richtwerte für Bauland können auf der Internetseite der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte unter www.boris-brandenburg.de abgefragt werden.

 

Veröffentlicht am: 19.03.2017