Großprojekte in der Region

Ende des Dornröschenschlafs

Große Bauprojekte, die man in den letzten beiden Jahrzehnten vergeblich in Brandenburg gesucht hat, sind in der Region Havelland-Fläming wieder vermehrt vorzufinden. Dazu werden alte Pläne überarbeitet und jahrelang brachliegende Flächen revitalisiert.

Ahrensdorfer Heide in Ludwigsfelde

Der ursprüngliche Bebauungsplan Nr. 1/9.2 „Ahrensdorfer Heide“ ist seit 1998 rechtskräftig und definierte das Gebiet schon damals als wichtigen Wohnstandort für die innerhalb der Stadtgrenzen eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten von Ludwigsfelde. Geplant waren acht durch Grünflächen voneinander getrennte Wohnquartiere für ca. 2.200 Wohneinheiten (ca. 5.500 Einwohner), von denen lediglich zwei bislang vollständig verwirklicht wurden. Die Umsetzung der übrigen Quartiere stockte aufgrund der fehlenden Nachfrage in den folgenden Jahren.

Nun, da der Wohnraum in Berlin und seinem Umland aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahlen immer knapper zu werden scheint, gewinnen auch die Planungen aus den 90er-Jahren wieder an Aktualität und werden an heutige Erfordernisse angepasst.

Die Stadt Ludwigsfelde stellt seit 2016 im Quartier „Parksiedlung“ der Ahrensdorfer Heide die Weichen für die Entwicklung von Wohnraum für bis zu 665 Wohneinheiten in Form von Einfamilien- und Doppelhausbebauung auf rund 45 ha. Der Bau einer neuen Kindertagesstätte sowie ein Versorgungszentrum für die Neugezogenen sind ebenfalls im Plangebiet vorgesehen.

Die Wiederaufnahme der Planungen zum Quartier „Rousseau Park Süd“, das rund 50 ha umfasst und zukünftig bis zu 900 Wohneinheiten beherbergen könnte, folgte nur kurze Zeit später.

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In der Ahrensdorfer Heide werden aktuell mehrere Häuser parallel errichtet.

Luchblick in Nauen

Deutlich kleiner, aber durchaus beachtlich fällt das Bauprojekt „Luchblick II“ aus, bedenkt man, dass auch in der Stadt Nauen die Planungen im letzten Jahrzehnt überwiegend ruhten. Es handelt sich um ein bisher im FNP als Fläche für die Landwirtschaft dargestelltes ca. 7 ha großes Gebiet. Vorgesehen ist die Erschließung neuen Wohnraums in Form von Ein- und Mehrfamilienhäusern für schätzungsweise mindestens 900 Einwohner. Die Stadt möchte damit der stetigen Nachfrage nach geeignetem Bauland privater Grundstückseigentümer begegnen. Zudem soll der steigenden Notwendigkeit zur Schaffung bezahlbarem Wohnraums Rechnung getragen werden.

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Lichterfelder Allee in Teltow

Die seit den 90er-Jahren kontinuierlich wachsende Stadt Teltow legt ebenfalls weiter nach. Die ursprünglichen Pläne zur Bebauung der innerstädtischen Brachfläche zwischen Lichterfelder Allee und Osdorfer Straße stammen aus den 90er-Jahren. Interessenten zur Entwicklung des vorgesehenen Gewerbe- und Wohnquartiers blieben jedoch lange Zeit aus. Seit letztem Jahr baut nun ein Investor Mehrfamilienhäuser mit ca. 140 Wohneinheiten auf ca. 1,3 ha in zentraler Lage.

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Die Liste der derzeit stattfindenden Planungen in der Region Havelland-Fläming ist damit aber noch nicht beendet. Noch größer und beeindruckender wird es mancherorts auf brachgefallenen Flächen wie beispielsweise dem Olympischen Dorf in Elstal (siehe Artikel - Wohnen im Sperrgebiet).

 

Veröffentlicht am: 12.03.2018