Monitoring Rohstoffgebiete

Die Auswirkungen der Umsetzung der Festlegungen des Regionalplans und die vom Regionalplan ausgehende Steuerungswirkung sind nach Artikel 8a Absatz 4 des Landesplanungsvertrages fortlaufend zu beobachten und zu analysieren. Nachdem der erste Monitoring-Bericht zur Nutzung der Windenergie in der Region vorgelegt wurde, konnte nun das erste Monitoring zur Sicherung und zur Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe (Kiese, Sande, Tone) abgeschlossen werden.

Im Rahmen dieses Monitorings wurden zwei Ansätze verfolgt:

  1. die Betrachtung der gewonnenen Abbaumengen der Jahre 2011 bis 2016 und
  2. die Erhebung der für den Abbau noch verbleibenden Flächen.

Hierzu sind die 21 Vorranggebiete für die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe sowie die 13 Vorbehaltsgebiete für die Sicherung oberflächennaher Rohstoffe einzeln analysiert und vor Ort besichtigt worden. Der Monitoringbericht dokumentiert die Ergebnisse je Rohstoffgebiet in einem jeweiligen Steckbrief sowie zusammenfassend in Bezug auf die Planbedarfe, die zu den Ausweisungen im Regionalplan Havelland-Fläming, Kapitel 3.3 „Sicherung oberflächennaher Rohstoffe“ geführt haben.

Gesicherter Rohstoffabbau für die nächsten 35 Jahre 

Geht man von der durchschnittlichen jährlichen Abbaumenge der letzten Jahre von 1,6 Millionen Tonnen in den Vorranggebieten zur Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe der Region aus, so ist der im Regionalplan zu Grunde gelegte Bedarfsansatz in seinen ersten zwei Jahren seiner Rechtsgültigkeit zu 5,3 Prozent ausgeschöpft. Die verbleibenden angenommenen Vorräte der ausgewiesenen Vorranggebiete würden demnach bei voller Ausbeute den Rohstoffbedarf für weitere 35 Jahre sichern.

Darüber hinaus erstaunt die Tatsache, dass die jährlichen Fördermengen trotz Bauboom der letzten Jahre im Wohnungsbau wie auch bei den Infrastrukturmaßnahmen sogar leicht rückläufig sind.

Monitoring Flächenansatz belegt noch längere Verfügbarkeit

Von den im Regionalplan Havelland-Fläming in den Vorranggebieten zur Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe angenommenen 1.326 Hektar Flächen für Neu- bzw. Erweiterungsaufschlüsse stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ca. 1.313 Hektar für Neu- bzw. Erweiterungsaufschlüsse sowie zusätzliche Reserven in begonnenen Aufschlüssen zur Verfügung. Damit trägt der Regionalplan Havelland-Fläming auch nach dem Flächenansatzmonitoring weiterhin hinreichend Vorsorge für eine mittel- bis langfristige Rohstoffversorgung.

Rohstoffe sind Standort gebunden

Darüber hinaus stehen weitere Reserven in den Vorbehaltsgebieten für die Sicherung oberflächennaher Rohstoffe im Umfang von noch verfügbaren 846 Hektar für Neu- bzw. Erweiterungsaufschlüsse sowie von Betrieben bzw. Vorkommen mit lokaler Bedeutung in einem Flächenausmaß von in der Regel jeweils weniger als 10 Hektar bereit. Mit den Ausweisungen in den Vorrang- und Vorbehaltsgebieten ist damit auch der – oftmals vehement – geforderten Prioritätensetzung bezüglich der Standortgebundenheit von Rohstoffen entsprochen.

Informationen zu Nutzungsausprägungen in den Aufschlüssen

In neun der 20 bereits aufgeschlossenen (bergmannssprachlich: verritzten) Vorranggebiete findet gegenwärtig keine Rohstoffgewinnung statt. Der Bericht enthält weitere Informationen zu den einzelnen Gebieten, so zum Beispiel zur touristischen Nachnutzung im ausgeschürften Randbereich des Kiessandtagebaus Horstfelde (Badestrand mit Wasserskianlage) wie auch zum Betrieb von Deponieanlagen in drei ausgeschöpften Rohstoffbereichen der Vorranggebiete.

Weitere Beobachtung

Die leicht abnehmenden Fördermengen sowie die Erhebung von Umweltbelangen gemäß genehmigter Betriebspläne meist langjährigen Ausmaßes verdienen weitere Beobachtung. Hier ist es geplant, das Monitoring zusammen mit dem LBGR zu verstetigen und zu vertiefen.

» Monitoringbericht

 

Veröffentlicht am: 16.10.2017