Havelland-Fläming ähnelt der amerikanischen Prärie

Anhaltende Trockenperiode stellt Landwirte in der Region vor große Herausforderung

Ackerflächen, die weniger anfällig für das Austrocknen sind, sind in der Region nicht die Regel und sollen daher zukünftig im Regionalplan als Vorranggebiete festgelegt werden (siehe Artikel Herausforderungen in der Landwirtschaft). Aber selbst an diesen Standorten sind in diesem Jahr keine hohen Erträge zu erwarten.

Der Sommer begann dieses Jahr bereits im Frühling. Nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes (siehe Pressemitteilung DWD vom 15.06.2018) war der diesjährige April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. An der Wetterstation in Potsdam lag die Monatsmitteltemperatur bei 14°C und somit 5° über dem langjährigen Durchschnitt. In der Folge „explodierte“ die Pflanzenentwicklung nachdem der März zuvor etwas zu Kühl ausfiel.

Feldberegnung frühzeitig notwendig

Jedoch blieben die notwendigen Niederschläge aus. An der Station in Potsdam wurden im Mai lediglich 16 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Üblich wären rund 50 Liter. In der Folge wurde bereits im Mai bei anhaltenden sommerlichen Temperaturen vielerorts die Feldberegnung notwendig. Auf nichtberegneten und sandigen Standorten wiesen Wintergetreide, teils auch Sommergetreide und Kartoffelbestände durch Trockenheit bedingte Schäden auf.

Auch der Juni änderte nichts an der Wetterlage. Teile der Region begannen zunehmend der amerikanischen Prärie mit ihren goldbrauen Wiesen zu ähneln. Mit 33 Liter Regen und einer Durchschnittstemperatur von 19°C (gemessen an der Station in Potsdam) hielt die Trockenheit in der Region an. Im langjährigen Mittel fallen in Potsdam rund 60 Liter im Monat Juni und die Durchschnittstemperatur liegt bei 17°C.

Ernteausfälle erwartet

Aufgrund der langanhaltenden Trockenperiode werden gravierende Ernteausfälle befürchtet, wie der Landesbauernverband Brandenburg auf seiner Internetseite mitteilt (siehe Mitteilung LBV Brandenburg vom 05.07.2018). Man rechne mit Ernteausfällen zwischen 20 und 50 Prozent. Der Trockenstress macht insbesondere dem Mais zu schaffen. Da Mais fast ausschließlich als Futterpflanze eingesetzt wird, müssen einige Betriebe ihre Tierbestände reduzieren da sonst das Futter nicht ausreichen könnte (siehe Artikel Märkische Allgemeine vom 09.07.2018).

Was im Juni in einem ganzen Monat als Niederschlag auf die Erde fiel, wurde an der Station in Potsdam am 11. Juli an einem Tag gemessen: 32 Liter pro Quadratmeter. Auch wenn der Regen für die Landwirte zu spät kommt, reduziert sich dadurch das Waldbrandrisiko und die Förster in der Region können zumindest etwas aufatmen.

Monatliche Niederschlagsmengen in Potsdam
(Zum Vergrößern auf das Diagramm klicken)

 

Veröffentlicht am: 12.07.2018