Das Zukunftshaus spart Energie und Betriebskosten

Fachworkshop der Regionalen Planungsgemeinschaft stellte Projekte vor, wie die Energiewende im Wohnungssektor gelingen kann.

Zukunftshaus in Berlin

Nur noch ein Drittel der Betriebskosten müssen die Bewohner eines Wohngebäudes im Berliner Stadtteil Lankwitz bezahlen. Möglich ist das im „Haus der energetischen Zukunft“. Dabei handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern um ein Mehrfamilienhaus aus den 50er Jahren, welches grundlegend saniert wurde. Dabei kam auch modernste Technik zum Einsatz. Es wurde unter anderem eine Deckenheizung installiert, die im Sommer die Wärme abführen kann und im Winter für eine angenehme Temperatur in den Wohnungen sorgt. Auf dem Dach wurde eine Solaranlage errichtet, die in Kombination mit einem Erdwärmespeicher den Wärmebedarf des Gebäudes zu 100 Prozent deckt. Das Berliner Wohnungsbauunternehmen degewo hat gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft das Sanierungskonzept erarbeitet und umgesetzt, welches wegweisend für den Gebäudebestand in Deutschland sein soll.

Mieterstrom-Modell aus Bad Belzig

Auch im brandenburgischen Bald Belzig können sich einige Mieter über geringere Energiekosten freuen. Die Wohnungsbaugenossenschaft 1919 Bad Belzig hat in Kooperation mit den Stadtwerken Bad Belzig ein Mieterstrom-Modell entwickelt. Im Zuge der energetischen Sanierung mehrerer Mehrfamilienhäuser in der Flämingstadt wurde die Wärmeversorgung auf Blockheizkraftwerke umgestellt. Diese produzieren neben Wärme auch Strom, der als sogenannter Mieterstrom an die Bewohner der sanierten Gebäude verkauft wird. Im Vergleich zum Grundversorger ist der Arbeitspreis des Mieterstroms circa 4 Cent pro Kilowattstunde günstiger. Das Mieterstrom-Modell in Bad Belzig ist bisher das einzige seiner Art im Land Brandenburg. Anlässlich des 19. Brandenburger Energietages in Cottbus wurde dem Projekt daher auch der Energieeffizienzpreis des Landes Brandenburg verliehen (siehe auch Energieeffizienzpreis 2017).

Unterstützung vom Regionalen Energiemanagement

Mit dem Ziel die beiden Projekte bekannter zu machen und für Nachahmer zu sorgen, lud die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming die Wohnungsbauunternehmen aus der Region zu einem Fachworkshop am 1. September ins Rathaus von Kleinmachnow ein. Die Projekte stießen auf ein reges Interesse bei den Teilnehmern des Workshops. Die Referenten machten auch deutlich, dass es sich um komplexe Projekte mit juristischen, sozialen und technischen Hemmnissen handelt, die nur mit der Unterstützung von kompetenten Partnern realisiert werden konnten.

Der Regionale Energiemanager der Region Havelland-Fläming, Herr Stefan Seewald, hat den Wohnungsbauunternehmen angeboten sie bei der Erarbeitung eigener Mieterstrom-Modelle zu unterstützen und bei der Suche nach kompetenten Partnern zu helfen.

» Tagesordnung

Bei Interesse an den Vorträgen des Workshops, wenden Sie sich bitte an Herrn Seewald.

 

Veröffentlicht am: 06.09.2017